Du gibst jeden Tag alles. Im Job, für deine Familie, für dein Leben. Und trotzdem merkst du: Die Energie reicht nicht mehr so wie früher. Du bist schneller erschöpft, die Konzentration bricht früher ein, und selbst kleine Belastungen fühlen sich größer an als noch vor ein paar Jahren. Vielleicht bist du bei deiner Suche nach Ursachen auf Kreatin gestoßen und fragst dich jetzt: Ist Kreatin gesund? Und wie sieht es mit Kreatin Nebenwirkungen aus? Genau diese Fragen klären wir verständlich, wissenschaftlich fundiert und alltagsnah.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Kreatin und warum ist es so wichtig für deinen Alltag?
Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die dein Körper täglich selbst herstellt. Etwa 1 Gramm pro Tag entsteht in Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse, und wird vor allem in Muskeln und Gehirn gespeichert. Seine Hauptaufgabe besteht in der schnellen Bereitstellung von Energie, wenn du kurzfristig Leistung brauchst, beispielsweise
- beim Treppensteigen
- in einem wichtigen Meeting
- beim Tragen schwerer Taschen
- beim Durchhalten eines langen Tages
Dein Körper baut Kreatin jedoch kontinuierlich ab. Die Menge, die er selbst produziert, reicht oft nicht aus, um die Speicher wirklich voll zu halten, besonders dann, wenn du viel leistest oder dich rein pflanzlich ernährst.
Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Dorothea Portius bringt es auf den Punkt: „Sind die körpereigenen Kreatinspeicher niedrig, fehlt dem Körper ein wichtiger Energiepuffer. Betroffene bemerken im Alltag schneller Ermüdung und weniger Leistungsreserven.“
Ist Kreatin gesund? Was die Forschung eindeutig sagt
Die Frage „Ist Kreatin gesund?“ lässt sich erstaunlich eindeutig beantworten: Ja. Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Nährstoffen weltweit. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg zeigen Studien bei gesunden Menschen ein konsistentes Bild: Kreatin ist sicher, gut verträglich und zeigt keine Hinweise auf Organschädigungen.
Besonders oft taucht die Sorge um die Nieren auf, weil Kreatin über die Nieren ausgeschieden wird. Doch die Forschung zeigt klar, dass Kreatin in üblicher Dosierung die Nierenfunktion gesunder Menschen nicht beeinträchtigt. Ein leicht erhöhter Kreatinin-Wert im Blut ist dabei normal und kein Zeichen für eine Schädigung, er zeigt lediglich, dass der Körper Kreatin verarbeitet. Wichtig ist nur, dass dein Arzt weiß, dass du Kreatin einnimmst, damit die Werte richtig interpretiert werden.
Ist Kreatin schädlich? Warum der Mythos so hartnäckig ist
Viele Menschen verbinden Kreatin mit Bodybuilding und fragen sich deshalb, ob Kreatin schädlich sein könnte. Doch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Wirkung von Kreatin wissenschaftlich bestätigt. Dr. Portius betont, dass Kreatin zu den sichersten und bestuntersuchten Nahrungsergänzungsmitteln gehört.
Kreatin ist ein natürlicher Bestandteil des Körpers und kommt auch in Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch vor. Es hat nichts mit Steroiden oder Doping zu tun. " Kreatin ist kein gefährliches Anabolikum, sondern ein natürlicher Stoff, dessen Supplement in zahlreichen Studien als sicher, rein und gut verträglich bestätigt wurde", erklärt Dr. Portius.
Kreatin und Niere: was du wirklich wissen musst
Kreatin ist Teil des natürlichen Energiestoffwechsels. Die Nieren filtern täglich Kreatin und seine Abbauprodukte. Studien zeigen: Kreatin-Monohydrat in üblicher Dosierung beeinträchtigt die Nierenfunktion nicht, solange keine Vorerkrankungen bestehen.
Wenn du jedoch eine diagnostizierte Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung hast oder Medikamente nimmst, solltest du vorher ärztlich Rücksprache halten.
Kreatin, Wasserbindung und Gewicht
Ein weiterer Punkt, der oft missverstanden wird, ist die Wasserbindung. Kreatin zieht Wasser in die Muskelzellen, weil dort die Energiespeicher aufgebaut werden. Das führt nicht zu „aufgeschwemmten“ Wassereinlagerungen unter der Haut, sondern zu einer besseren Versorgung der Muskulatur. Viele Menschen fühlen sich dadurch stabiler und belastbarer.
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Was sind die Risiken von Kreatin?
Studien über mehr als zwei Jahrzehnte zeigen bei gesunden Menschen keine Hinweise auf Organschädigungen oder schwerwiegende Nebenwirkungen. Die Frage ob Kreatin gesund ist hängt von deiner individuellen Ausgangssituation ab. Entscheidend sind drei Faktoren: dein Gesundheitszustand, mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten und die Dosierung.
Wann du Kreatin ärztlich abklären solltest
Kreatin wird über die Nieren ausgeschieden. Bei gesunden Menschen ist das unproblematisch – bei bestimmten Vorerkrankungen oder Medikamenten kann es jedoch sinnvoll sein, vorher Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Drei Kriterien helfen dir, das richtig einzuordnen:
1. Du nimmst Medikamente, die Nieren, Herz oder Flüssigkeitshaushalt beeinflussen.
Dazu zählen entwässernde Präparate (Diuretika), Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer oder Sartane sowie Schmerzmittel vom Typ Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Substanzen verändern den Elektrolyt- oder Flüssigkeitshaushalt – daher besser ärztlich abklären, bevor du Kreatin ergänzst.
2. Du hast eine diagnostizierte Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Herzschwäche kann die zusätzliche Belastung durch Kreatin relevant werden. Hier gilt: Einnahme nur nach individueller ärztlicher Einschätzung.
3. Du bist schwanger, stillst oder unter 18 Jahre alt.
Für diese Gruppen fehlen bisher ausreichende Sicherheitsdaten – auf Kreatin sollte daher verzichtet werden.
Hinweis zu Blutwerten:
Ein erhöhter Kreatinin-Wert im Labor ist bei Kreatin-Supplementierung normal, da Kreatinin ein Abbauprodukt ist. Das bedeutet nicht, dass deine Nieren geschädigt sind. Wichtig ist, deinen Arzt über die Einnahme zu informieren, damit die Werte richtig interpretiert werden.
Die richtige Dosierung – und warum sie so wichtig ist
Die meisten Expertinnen empfehlen 3 bis 5 Gramm Kreatin Monohydrat pro Tag. Höhere Mengen auf einmal können den Verdauungstrakt belasten, weshalb Überdosierungen oft der Grund für die wenigen bekannten Kreatin Nebenwirkungen sind.
Kreatin Nebenwirkungen: Was stimmt wirklich?
Viele Mythen rund um Kreatin Nebenwirkungen halten sich hartnäckig, obwohl sie wissenschaftlich widerlegt sind. Kreatin schädigt nicht die Nieren, verursacht keine ungesunden Wassereinlagerungen und führt nicht automatisch zu Krämpfen oder Dehydration. Und es wirkt auch nicht wie ein Stimulans. Die meisten Nebenwirkungen entstehen durch falsche Anwendung, vor allem auf, wenn du:
- mehr als 10 Gramm auf einmal nimmst
- zu wenig trinkst
- Kreatin auf nüchternen Magen einnimmst
Dr. Portius bringt es auf den Punkt: „Die wenigen bekannten Nebenwirkungen treten meist nur bei Überdosierung oder unzureichendem Trinkverhalten auf und lassen sich leicht vermeiden.“
Missverständnisse rund um Kreatin Nebenwirkungen
Viele Bedenken gegenüber Kreatin basieren auf Mythen, nicht auf Fakten. Hier die häufigsten Missverständnisse:
- „Kreatin schädigt die Nieren": Die Sorge entsteht, weil der Blutwert Kreatinin nach Kreatin-Einnahme steigen kann. Kreatinin ist jedoch nur ein Abbauprodukt, ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch eine Nierenschädigung².
- „Kreatin führt zu Wassereinlagerungen": Kreatin bindet Wasser, aber innerhalb der Muskelzellen (intrazellulär), nicht unter der Haut. Das ist ein Zeichen für bessere Muskelversorgung, nicht für ungesunde Schwellungen³.
- „Kreatin verursacht Krämpfe und Dehydration": Dieser Mythos hält sich hartnäckig, ist aber widerlegt – vorausgesetzt, du trinkst ausreichend ⁴.
- „Kreatin ist wie ein Steroid": Kreatin ist ein natürlicher Bestandteil deines Körpers und kommt in Fleisch und Fisch vor. Es hat nichts mit Anabolika oder Doping zu tun. Dr. Dorothea Portius erklärt: „Kreatin wirkt nicht wie ein Stimulans. Es macht nicht wach, sondern unterstützt die energetische Basis, auf der Belastung, Konzentration und Regeneration stattfinden."
- „Creatin verursacht Haarausfall": Dieser Mythos geht auf eine einzelne Studie zurück, in der ein Anstieg des Hormons DHT beobachtet wurde. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Belege, dass Kreatin Haarausfall auslöst oder beschleunigt. Aktuelle Übersichtsarbeiten finden keinen Zusammenhang zwischen Kreatin-Supplementierung und Haarverlust.
Fazit
Wenn du dich in diesem Artikel wiedererkannt hast weißt du jetzt: Das muss nicht so bleiben.
Ist Kreatin gesund? Ja, für die allermeisten Menschen. Sind Kreatin Nebenwirkungen ein Thema? Nur bei falscher Anwendung, und das lässt sich leicht vermeiden. Du darfst etwas für dich tun, weil du es verdient hast, dich wieder energievoll zu fühlen.
Über Dr. Dorothea Portiu
Sie ist eine promovierte Ernährungswissenschaftlerin und Forscherin Portius ist eine promovierte Ernährungswissenschaftlerin, Forscherin mit über zehn Jahren Erfahrung in der Ernährungs‑ und Stoffwechselforschung. Sie hat an der Universität Genf promoviert und ihre Expertise durch Forschungsaufenthalte in den USA sowie Weiterbildungen im klinischen Studienmanagement und Functional Nutrition vertieft. Heute arbeitet sie an der Schnittstelle von Wissenschaft, Produktentwicklung und Gesundheitskommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Welche Vorteile hat Kreatin für den Körper?
Kreatin hilft deinem Körper vor allem dabei, schnell Energie bereitzustellen, wenn du Kraft brauchst. Viele Menschen spüren dadurch mehr Power, bessere Schnellkraft und oft auch einen leichteren Muskelaufbau. Spannend ist außerdem: Erste Studien deuten darauf hin, dass Kreatin auch kognitive Funktionen unterstützen könnte – die Forschung dazu wächst gerade weiter. Kurz gesagt: Kreatin kann dir körperlich und mental einen spürbaren Energieschub geben.
Welche Nebenwirkungen können bei Kreatin auftreten?
Die meisten Menschen vertragen Kreatin gut, aber es kann zu Wassereinlagerungen, einer leichten Gewichtszunahme oder Magen‑Darm‑Beschwerden kommen, vor allem, wenn du mehr nimmst als empfohlen. Wenn du zu wenig trinkst, steigt das Risiko für Krämpfe, Unwohlsein oder ein „schweres“ Gefühl. Das Gute: Die meisten dieser Effekte hast du selbst in der Hand, weil sie stark von Dosierung und Flüssigkeitszufuhr abhängen.
Ist Kreatin nur für Sportler sinnvoll?
Nein Kreatin kann dir auch Menschen helfen, wenn du im Alltag mehr Energie willst, im Alter Muskelabbau vorbeugen möchtest oder generell einen niedrigen Kreatinspiegel hast. Trotzdem reagiert jeder Körper anders. Es ist kein Wundermittel, aber ein gut erforschtes Werkzeug, das vielen Menschen etwas bringt.
Wie wirkt Kreatin im Körper genau?
Kreatin ist wie ein kleiner Energiespeicher, der anspringt, wenn du Kraft brauchst. Deine Muskeln nutzen es, um schnell Energie bereitzustellen, egal ob für kurze, intensive Bewegungen oder starke Muskelkontraktionen. Dein Körper stellt Kreatin aus Aminosäuren her und speichert es überwiegend in der Muskulatur.
Ist Kreatin aus Lebensmitteln genauso wirksam wie ein Supplement?
Lebensmittel wie Fleisch und Fisch enthalten zwar Kreatin, aber nur in sehr kleinen Mengen. Um denselben Effekt wie mit einem Supplement zu erreichen, müsstest du unrealistisch viel davon essen. Wenn du also wirklich eine spürbare Leistungssteigerung möchtest, ist eine gezielte Supplementierung meist der deutlich effektivere Weg.
Wie nimmt man Creatin richtig ein?
Die meisten Experten empfehlen eine tägliche Einnahme von ca. 3–5 g Kreatin Monohydrat, idealerweise mit Wasser und zu einer Mahlzeit, weil dein Körper es dann besonders gut aufnimmt.
Wann ist die beste Zeit, Creatin zu nehmen?
Wirklich entscheidend ist nicht der genaue Zeitpunkt, sondern die Regelmäßigkeit. Dein Körper füllt den Kreatinspeicher über mehrere Tage auf, egal, ob du es morgens, vor dem Training oder abends nimmst. Wichtig ist, dass du täglich deine Portion nimmst und ausreichend trinkst, damit dein Körper das Kreatin gut aufnehmen und nutzen kann.